Neue Studie der IQ Fachstelle Einwanderung und Integration: Die Entlohnung in ungleichen Welten

Der Migrant-Gender-Pay-Gap und warum Frauen mit Migrationsgeschichte für ihre Arbeit den höchsten Preis zahlen

Die IQ Fachstelle Einwanderung und Integration hat eine neue Studie zur Lohnungleichheit in Deutschland vorgelegt. Auf Grundlage von SOEP-Paneldaten (Version 39) untersuchen die Autorinnen Bianca Dülken und Samrawit Shibeshi, wie sich Löhne nach Geschlecht, Migrationsgeschichte und Kindern im Haushalt unterscheiden und welche Mechanismen dahinterstehen.

Im Unterschied zu den früheren Minor-Studien zum Migrant-Gender-Pay-Gap (Juli 2022 und Januar 2024), die auf Vollzeit-Medianlöhnen basierten, steht hier erstmals der Stundenlohn im Mittelpunkt. Alle Beschäftigungsformen werden einbezogen: Vollzeit, Teilzeit und Minijobs.

Vier methodische Neuerungen

  • Geschlecht und Migrationsgeschichte werden systematisch zusammen modelliert
  • Die Stichprobe umfasst alle Beschäftigungsformen und bildet damit den Arbeitsmarkt repräsentativer ab
  • Migrationsgeschichte wird differenziert nach eigener und familiärer Migrationserfahrung sowie Geburtsort, nicht nur nach Staatsangehörigkeit
  • Kinder im Haushalt werden berücksichtigt, sodass der sogenannte „Child Penalty" getrennt für Frauen und Männer analysiert werden kann

Die Ergebnisse bestätigen: Besonders betroffen sind Frauen aus den Hauptasylherkunftsländern und Mütter mit Migrationsgeschichte, bei denen sich eine doppelte strukturelle Barriere zeigt. Die Studie macht deutlich, dass Diskriminierungs- und Ausschlussmechanismen gezieltes gleichstellungspolitisches Handeln erfordern.

66 Seiten | ISSN: 2941-3672

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